Neuerscheinungen

Stephan Kemperdick (Hg.)
Jean Fouquet. Das Diptychon von Melun. Ausst.-Kat. Berlin, Gemäldegalerie
Petersberg 2017

Jean Fouquets Diptychon aus der Stiftskirche von Melun ist eines der Hauptwerke der Malerei des 15. Jahrhunderts und der französischen Kunst im Allgemeinen. Sein linker Flügel mit dem Stifterbildnis befindet sich seit 1896 in Berlin, während der rechte, die Madonna darstellende Flügel dem Museum für Schöne Künste in Antwerpen gehört. Beide Hälften wurden um 1773 voneinander getrennt und waren 1937 das letzte Mal zusammen zu sehen. Die Berliner Ausstellung vereint sie nun noch einmal und zeigt darüber hinaus weitere bedeutende Werke, darunter das ursprünglich zugehörige Medaillon mit Fouquets Selbstbildnis aus dem Louvre, eine herausragende Porträtzeichnung von seiner Hand sowie ausgesuchte Werke von Malern wie Jan van Eyck und Petrus Christus. Im begleitenden Katalog beleuchten namhafte internationale Forscher verschiedene Aspekte des Werks, darunter dessen Ikonographie und Technik, die Person des Stifters, Fouquets künstlerische Voraussetzungen und anderes mehr.

Michael Imhof Verlag, 22 x 28 cm, 200 Seiten, 125 Farb- und 18 S/W-Abbildungen, Broschur
ISBN 978-3-7319-0565-3
Euro (D) 29,95

 

Stephan Kemperdick, Johannes Rößler, Joris Heyder (Hg.),
Der Genter Altar. Reproduktionen, Deutungen, Forschungskontroversen
Petersberg 2017

Das monumentale, in St. Bavo in Gent aufgestellte Retabel der Brüder Hubert und Jan van Eyck ist eines der unbestrittenen Hauptwerke der europäischen Kunstgeschichte. Seit seiner Vollendung im Jahr 1432 hat der Genter Altar über Jahrhunderte hinweg immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich gezogen; er diente anderen Malern als Vorbild, er wurde von Schriftstellern gewürdigt und in Originalgröße kopiert. Sein materielles Schicksal ist ungewöhnlich bewegt und von zahlreichen Gefährdungen durch Bilderstürme und Kriege gekennzeichnet.

Der Band versammelt die auf dem Berliner Kolloquium 2015 vorgestellten Beiträge namhafter internationaler Wissenschaftler zu verschiedenen Aspekten der Geschichte und Rezeption des Werkes. Zu den thematischen Schwerpunkten gehören seine im 16. Jahrhundert von Michiel Coxcie gefertigten Kopien, die verschiedenen frühen Versuche seiner fotografischen Reproduktion, die Präsentation eines großen Teils seiner Gemälde in der Berliner Galerie um 1900 und das Schicksal der tafeln in der Zeit des Nationalsozialismus.

Eine eigene Sektion ist der in jüngerer Zeit wieder sehr kontrovers geführten Diskussion um die berühmte Künstlerinschrift des Werkes und der Rolle der beiden darin genannten Künstler, Hubert und Jan van Eyck, gewidmet. Sechs namhafte Forscher stellen hier ihre jeweils unterschiedlichen Einschätzungen dieses Problemkreises vor.

Michael Imhof Verlag, ca. 22 × 28 cm, ca. 160 Seiten, ca. 200 Abbildungen, Broschur
ISBN 978-3-7319-0456-4
ca. 24,95 €

 

 Journal of Historians of Netherlandish Art (JHNA), Vol. 9, Nr. 2

Historians of Netherlandish Art announces the publication of the Summer 2017 issue of the open-access Journal of Historians of Netherlandish Art (jhna.org). With this issue, JHNA has launched a completely updated design, layout, and functionality. The journal now links more closely with its host organization, which likewise features a redesign (hnanews.org). This in turn is supplemented by the revamped HNA Review of Books (/hnanews.org/hnar).

Table of Contents

Andrea Pearson, “Sensory Piety as Social Intervention in a Mechelen Besloten Hofje.” The essay focuses on a devotional cabinet embellished with intricate flora, fauna, sculptures, and relics. DOI: 10.5092/jhna.2017.9.2.1

Anna Dlabačová, “Religious Practice and Experimental Book Production: Text and Image in an Alternative Layman’s ‘Book of Hours’ in Print and Manuscript.” The essay concerns a book of hours with woodcut images and a text in movable type. DOI: 10.5092/jhna.2017.9.2.2

Valerie Hedquist, “Ter Brugghen’s St. Sebastian Tended by Irene.” The artist joined Roman Catholic pictorial traditions with post-Tridentine iconographic innovations and references to cultural attitudes about the plague. DOI: 10.5092/jhna.2017.9.2.3

Saskia Beranek, “Strategies of Display in the Galleries of Amalia van Solms.” These galleries in The Hague map the personal networks of the princess and make visible her social agendas and artistic patronage. DOI: 10.5092/jhna.2017.9.2.4
Marion Boers, “Pieter de Molijn (1597–1661): A Dutch Painter and the Art Market in the Seventeenth Century.” After 1630, Molijn used a successful business model to produce landscapes in a variety of styles for different clients. DOI: 10.5092/jhna.2017.9.2.5
JHNA publishes issues of peer-reviewed articles two times per year. These articles focus on Netherlandish, German, and Franco-Flemish art during the early modern period (c. 1400-c.1750), and in other countries as they relate to Netherlandish art. This includes studies of painting, sculpture, graphic arts, tapestry, architecture, and decoration, from the perspectives of art history, art conservation, museum studies, historiography, and collecting history.

  • Alison M. Kettering, Carleton College, Editor-in-Chief
  • Jacquelyn N. Coutré, Queen’s University, Associate Editor
  • Dagmar Eichberger, Universität Trier, Associate Editor
  • Mark Trowbridge, Marymount University, Associate Editor

Correspondence about submissions can be sent to Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Reiner Zeeb
Kunstrevolution und Form
Reihe: Geist und Wissen, Bd. 30, Kiel 2017

Kulturhistorische Umbrüche, die Galileis Erklärung des heliozentrischen Sternensystems und dem Sturz alter Säulen des christlich-europäischen Weltbilds folgten, spiegelte die Kunst wesentlich in Revolutionen der Form. So beleuchtet der vorliegende Sammelband bis ins 20. Jahrhundert neun Beispiele, in denen epochale Umbrüche in der Kunst sichtbar werden. Untersucht werden u.a. Delacroix‘ Lithos zu Goethes „Faust I“ und Franz Marc als Vermittler der europäischen expressionistischen Avantgarde.

Einflüsse neuer Optik auf das perspektivisch relativierte Interieur zunächst der Niederlande formierten in der Dialektik von Erfahrungsgewinn und -verlust neben den humanistisch ikonographischen Quellen neue Bildräume auch für das Porträt (J. U. Mayr). Rembrandt ersetzte die hohe Madonna Maria durch realistisch menschliche Nähe, nutzte die Theatermetapher aber für subtil gestufte neue Erkenntnisebenen. Alexander von Humboldt führte Versuche zu ästhetischen und szientifischen Quellen des „Großen Naturgemäldes“ in experimentell erfahrene Randgebiete „wirklicher“, damals darstellbarer Landschaft. Die rahmenden Architekturutopien Richard Hamanns und Frei Ottos bringen das Thema entschieden zur gesellschaftlichen Relevanz.

Dem Autor gelingt es überzeugend, die Strukturen hinter den Revolten sichtbar zu machen – und damit Kontinuitäten in den Einzelereignissen aufzuzeigen.

344 Seiten, 59 S/W-Abbildungen, Broschur, 14,8x21cm, ISBN: 978-3-86935-309-8

 

Neuer Bestandskatalog aus dem Suermondt-Ludwig-Museum Aachen:
Niederländische Skulpturen von 1130 bis 1600

Das Suermondt-Ludwig-Museum verfügt mit 120 niederländischen Skulpturen des Mittelalters und der Renaissance über die größte Sammlung niederländischer Skulpturen in Deutschland. Erstmals wurde dieser komplette Bestand in einem Katalog zusammengestellt und neue Erkenntnisse zu den einzelnen Objekten erarbeitet. 48 ausführliche Katalognotizen, teilweise auch mit Vergleichsabbildungen versehen, und 70 Kurznotizen zu den Objekten wurden von den Kuratoren Michael Rief und Dr. Dagmar Preising, die gemeinsam mit den Löwener Kuratoren Dr. Peter Carpreau und Marjan Debaene die Objekte untersucht haben, erarbeitet. Einzelne Stücke wurden neu zugeschrieben, andere werden hier erstmals publiziert. Alle Objekte sind mit Abbildungen versehen.

Heiko Damm, Henning Hoesch (Hgg.), galerie portatile, Handzeichnungen aus der Sammlung Hoesch, Petersberg: Imhof 2017

Informationen auf der Homepage des Verlages:

Diplomatenporträts der Frühen Neuzeit
Botschafter und Gesandte in der Malerei von Tizian über Van Dyck bis Aved
Lydia Rosía Dorn

Erstmals wird in vorliegender Publikation das Diplomatenporträt als eigene kunstwissenschaftliche Kategorie definiert.

Jensen, Lotte: Vieren Van Vrede. Het onstaan van de Nederlandse identiteit, 1648–1815, Nimwegen: Vantilt, Uitgeverij 2016
ISBN 9789460042874, 232 Seiten, 19,90 €

Een land vol vette koeien, bloeiende handel, welvaart en eendracht. Dat ideaalbeeld deed het goed bij grote vredesvieringen. Na de Vrede van Munster in 1648, toen de Nederlandse Republiek formeel als soevereine staat werd erkend, klommen tal van schrijvers in de pen om hun blijdschap te uiten. Ruim anderhalve eeuw later, tijdens het Congres van Wenen in 1815, droomden Nederlanders opnieuw van een gouden toekomst.

Andreas Tacke, Jens Fachbach, Matthias Müller (Hrsg.):
Hofkünstler und Hofhandwerker in deutschsprachigen Residenzstädten der Vormoderne
artifex – Quellen und Studien zur Künstlersozialgeschichte/Sources and Studies in the Social History of the Artist, hrsg. von Andreas Tacke
erschienen im Imhof-Verlag: Petersberg 2017

Simiolus. Netherlands quarterly for the history of art Volume 39 (2017), Nr. 1-2
http://www.simiolus.nl

  • Miyako Sugiyama, Replicating the sanctity of the Holy Face: Jan van Eyck’s Head of Christ
  • Daantje Meuwissen, Attributing the Berlin Sketchbook to Cornelis Anthonisz
  • Rubin Suykerbuyk, Reformation, renovation and commemoration: the religious patronage of a Brabantine lord (Zoutleeuw, 1548-58)
  • Ethan Matt Kavaler, Pieter Bruegel, Bernard van Orley, realism and class
  • Alphons Hamer, Tobias or not Tobias: a Jesuit visual pun
  • Steven Jacobs, The Silence of the mystic lambs: Jan Van Eyck and André Cauvin’s film about The Mystic Lamb (1939)
  • Jan Piet Filedt Kok, Hieronymus Bosch after 500 years exhibitions and publications in 2016

Unsere Schwesterorganisation Historians of Netherlandish Art, der auch zahlreiche ANKK-Mitglieder angehören, weist auf folgende Online-Publikation hin:

Historians of Netherlandish Art is pleased to announce the publication of the Journal of Historians of Netherlandish Art or JHNA, vol. 9:1 (Winter 2017). This special issue, edited by Stephanie Dickey, Nadine Orenstein, and Alison Kettering, honors the memory of Walter Liedtke, former Curator of European Paintings at the Metropolitan Museum of Art, who died in 2015. Seventeen of his colleagues have contributed essays, all of them aligned in some way with Walter’s interests at the Metropolitan. A dedication and a bibliography of Walter’s publications accompany the essays.

Meinhard Michael,
Die Seele von Sinnen im Garten der Lüste. Das Hauptwerk des Jheronimus Bosch
E-book, ca. 300 Seiten, mit 22 Abbildungen und 50 Links, deutsch mit 12 Seiten englischer Zusammenfassung, Leipzig/Berlin 2016, erhältlich bei Epubli, Amazon u.a., 19,99 Euro

Untersuchung mit dem Anspruch, das zu ermitteln, was das Konzept für das Bild beabsichtigte. Dechiffrierung als theologischer und religiös-moralischer Traktat, als Seelen- und freche Erkenntnislehre; als Traum, der sinnlicher kaum sein könnte, aber versteckte Drohungen und ein Verhaltensgebot enthält. Gott lässt eine sündige minnende Seele (wie Magdalena) nicht allein und sie erwacht in einem Moment listig inszenierter Selbsterkenntnis. Der Garten der Lüste berichtet sowohl von einer individuellen Erweckung als auch von der gesamten Historie. Als Seelenlehre wird der durch die Sinne gespeiste Verstand des Menschen karikiert und die willensmystische Hinwendung zu Gott à la Augustinus oder Jan van Ruesbroec gefordert. Dafür bedient sich das Konzept sowohl beim Speculum virginum als auch bei der Metaphorik der Minne. - Die Rückseite der schönen Geschichte ist misogyn und antijüdisch. Die Sünden stellt das Bild als gesetzliches Erbe des ‚fleischlichen’ Volkes Israel hin. Die Hölle ist als kompakte Psalm-Vision antijüdisch dramatisiert. Nicht zu vermeiden ist die Schlussfolgerung, dass es gerade diese Adressierung ist, die Bosch zu den singulären ästhetischen Lösungen, zum Beispiel des Baum-Menschen, führte..

Maurice Saß: Physiologien der Bilder. Naturmagische Felder frühneuzeitlichen Verstehens von Kunst, 580 Seiten, ISBN 978-3-11-048869-2.

Maßgeblich für die Ausbildung des neuzeitlichen Begriffs