auf Einladung des Arbeitkreises Niederländische Kultur und Kunst e.V. (ANKK) (als pdf-Dokument)

Forum Niederländische Kunst- und Kulturgeschichte

auf dem 32. Deutschen Kunsthistorikertag, vom 20. bis 24. März 2013 an der Universität Greifswald

„Kennerschaft"

Im Rahmen des Prozesses gegen den Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi vermeinte der Tagesspiegel, das dieser „Fälscherskandal" zum „Menetekel des Experten und seines ›unfehlbaren Auges‹" geworden sei. Der entscheidende Punkt bei diesem, wie bei allen Fälscherskandalen sei letztlich „die Frage nach der Kennerschaft, nach dem subjektiven Urteil über die Qualität eines Kunstwerks und dessen wahren Urheber". „Kenner" und „Kennerschaft" sind nicht erst durch diesen spektakulären Prozess in Verruf geraten, bei dessen medialer Aufarbeitung aus dem Blick geriet, dass der Flechtheim-Kenner Ralph Jentsch die auf der Rückseite der Fälschungen angebrachten Galerie-Aufkleber ohne kunsttechnologische Analyse und mit bloßem Auge als Fälschungen erkannt und den Prozess ins Rollen brachte.

Der 33. Internationale Kunsthistoriker-Kongress, der vom 15. bis 20. Juli 2012 in Nürnberg stattfinden wird, steht unter dem Motto „Die Herausforderung des Objekts". Die achte der insgesamt 21 Sektionen ist dabei der „Spurensuche" gewidmet und beschäftigt sich mit „Kunsttechnologie und Kennerschaft". Der Schwerpunkt der Beiträge liegt auf der Bedeutung und Nutzbarmachung naturwissenschaftlicher Analysen und kunsttechnologischer Untersuchungen für die kunsthistorische Forschung. Da die Frage auch über den Kongress hinaus von Interesse bleibt, soll auch das vom Arbeitskreis niederländische Kunst- und Kulturgeschichte (ANKK) verantwortete Forum auf dem 32. Deutschen Kunsthistorikertag den Herausforderungen der Objekte und der Kennerschaft gewidmet sein. Fragen der Zuschreibung, der stilistischen Analyse, des kunsttechnologischen Wissens, der Bedeutung, Epistemologie und wissenschaftlichen Relevanz von Kennerschaft auf dem weiten Feld der Niederlandeforschung sollen zur Diskussion stehen. Als Plattform zu gemeinsamen Diskussionen soll das Forum vier Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftlern die Möglichkeit eröffnen, ihre aktuelle Forschungsarbeit in einem kurzen Vortrag (ca. 15 Minuten) vorzustellen. In der anschließenden Diskussion (ca. je 15 Minuten) können offene Fragen und Probleme angesprochen und gemeinsam diskutiert werden. Dabei sollen neue Forschungen Anlass zum gemeinsamen Gespräch bieten, wechselseitig Expertise befördern und neue Kontakte zwischen Forscherinnen und Forschern stiften.

Eingeladen sind vor allem Doktoranden, die sich mit Themen aus dem weiten Bereich der niederländischen und deutschen Kunst- und Kulturgeschichte bewerben können. Selbstbewerbungen sind möglich und ausdrücklich erwünscht.

Eingeladen sind die Betreuerinnen und Betreuer von Dissertationen aus dem weiten Bereich der niederländischen und deutschen Kunst- und Kulturgeschichte, die als angemeldete Diskussionsteilnehmer namentlich in der Ankündigung genannt werden und die zugleich der Jury angehören sollen, die aus den eingesandten Referatvorschlägen die Referentinnen und Referenten auswählt.

Einsendungen zusammen mit einem Lebenslauf werden erbeten bis zum

5. Juli 2012.

Die Bewerbungen sammelt für den Vorstand des ANKK (http://www.ankk.org/):

Prof. Dr. Nils Büttner

Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte
Leitung von Kunstsammlung und Archiv
Am Weißenhof 1
D - 70191 Stuttgart
Tel.: +49 (0) 711 - 28 440 124 - Sekretariat 0711 - 28 440 260 (vormittags)
Fax: +49 (0) 711 - 28 440 225